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Heizöl-Markt aktuell: Saudische Ölförderung soll bald wieder laufen - Ölpreise mit kräftigen Verlusten!
 
(18.09.2019) Die Ölpreise an den internationalen Warenterminmärkten haben gestern einen kräftigen Einbruch erlitten, nachdem bekannt wurde, dass die saudische Ölförderung wohl schon Ende September wieder vollständig hergestellt sein soll. In Folge werden heute auch die Heizöl-Notierungen hierzulande mit deutlichen Abschlägen in den Tag starten.

Aktuell stehen die November-Kontrakte der europäischen Nordsee-Ölsorte "Brent" bei 64,50 US-Dollar pro Barrel, ein Fass US-Öl "West Texas Intermediate" kostet zur Stunde gut 59 Dollar. Der Euro kann die Vortagesverluste im Vergleich zum US-Dollar wieder wettmachen und wird heute Morgen zu Kursen um 1,1065 US-Dollar gehandelt.

Noch vor dem offiziellen Statement zur aktuellen Situation, die der saudischen Ölminister Abdelaziz bin Salman am Abend abgab, sickerte bereits gestern Nachmittag durch, dass die Schäden an den Ölanlagen in Abqaiq und Khurais doch nicht so groß sind, wie dies ursprünglich befürchtet worden war.
Bereits Ende September soll Saudi-Arabien wieder eine Fördermenge von rund 10 Millionen Barrel pro Tag erreichen, nach der vollständigen Reparatur der Anlagen könnten dann Ende November sogar wieder 12 Millionen Fass pro Tag produziert werden. Im August lag die Förderung des Königreichs laut dem letzten OPEC-Bericht aber nur bei 9,8 Millionen Barrel pro Tag.
Am Ölmarkt verfehlte diese Nachricht ihre Wirkung natürlich nicht und die Rohölpreise gingen kurz vor 16 Uhr auf Tauchstation. Nach einer kurzen Erholungsphase, die wohl dem Warten auf die offizielle Bestätigung der Gerüchte zuzurechnen war, ging es am Abend weiter nach unten, sodass schlussendlich ein Tagesverlust von rund vier Dollar pro Barrel oder rund sechs Prozent zu verzeichnen war.
Was aber vorerst bleiben wird, ist die Risikoprämie, die der Markt aufgrund der nach wie vor sehr hohen Kriegsgefahr im Nahen Osten eingepreist hat. Es ist unwahrscheinlich, dass der Angriff ganz ohne Vergeltungsmaßnahme bleiben wird.
Gestern Abend nach Börsenschluss vermeldete dann das American Petroleum Institute (API) die wöchentlichen US-Ölbestandsdaten, die ebenfalls bearish, also preisdrückend ausgefallen sind. In Summe gab es hier nämlich einen Zuwachs von 4,2 Millionen Barrel, während die Analysten im Vorfeld mit einem weiteren Rückgang von 3,3 Millionen Fass gerechnet hatten. Das Hauptaugenmerk der Börsianer wird aber auch in nächster Zeit im Wesentlichen auf die Situation im Nahen Osten gerichtet bleiben.

Am Devisenmarkt konnte der Euro gestern von guten Konjunkturdaten aus der EU profitieren und im Vergleich zum US-Dollar deutlich zulegen. Der ZEW-Konkunkturerwartungsindex übertraf mit einem Wert von minus 22,4 Punkten die Anlystenerwartung von minus 37,4 Zählern deutlich. Außerdem sorgte die Nachricht über die baldige Wiederherstellung der saudischen Ölindustrie dafür, dass der US-Dollar als Krisenwährung weniger stark gesucht war.

Sehr gute Vorgaben heute also für den heimischen Ölmarkt, wo die Heizölpreise erfreulicherweise mit deutlichen Abschlägen in den Tag starten werden. Aktuelle Berechnungen lassen aus morgendlicher Sicht ein Minus in einer Größenordnung von gut zwei Cent pro Liter erwarten. Erste Preistendenzen zeigen aber noch einen etwas zögerlichen Rückgang, wobei auch berücksichtigt werden muss, dass in einigen Regionen bereits gestern auf die überraschende Nachricht aus Saudi-Arabien reagiert worden ist. Die Nachfrage hat sich bereits gestern beruhigt und solange die Lage im Nahen Osten friedlich bleibt, ist auch damit zu rechnen, dass sich die Notierungen wieder festigen werden. Etwas problematisch sind derzeit die sehr hohen Lieferzeiten. Vielerorts muss mit einer Wartezeit von 6 bis 8 Wochen gerechnet werden.
 
(Quelle: Heizöl-News von FastEnergy)