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Heizöl-Markt aktuell: Ölpreise trotzen Börsencrash - Heizölpreise kaum verändert
 
» 17.03.2020 « Die Ölpreise an den Internationalen Warenterminmärkten scheinen langsam einen Boden zu finden. Obwohl die Aktienmärkte gestern erneute massivst eingebrochen sind, zeigen sich die Öl-Futures weitgehend stabil. In Folge werden auch die Heizöl-Notierungen kaum verändert in den heutigen Tag starten.

Aktuell stehen die Mai-Kontrakte der europäischen Nordsee-Ölsorte "Brent" bei 30,65 US-Dollar pro Barrel, ein Fass US-Öl "West Texas Intermediate" kostet zur Stunde 29,80 Dollar. Der Euro kann sich im Vergleich zum US-Dollar wieder etwas verbessern und wird heute Morgen zu Kursen um 1,1170 US-Dollar gehandelt.

Das öffentliche Leben in weiten Teilen der Welt wird in diesen Tagen auf ein Minimum heruntergefahren, um die Corona-Pandemie einzudämmen. Die Folgen für die Wirtschaft sind derzeit noch kaum absehbar, dürften aber verheerend sein. Entsprechend rauschten die Aktienmärkten gestern erneut in die Tiefe. Der Dow-Jones-Index in NewYork verlor nochmals sage und schreibe knapp 13 Prozent und schloss auf Tagestiefstand. Die überraschende Zinssenkung der US-Notenbank hat also nicht zu einer Stabilisierung, sondern eher zu Panikverkäufen geführt.
Umso erstaunlicher, dass die Rohölpreise deutlich weniger an Wert verloren haben und heute morgen im asiatisch geprägten Handel sogar leicht zulegen können.
Dies, obwohl es auf der Angebotsseite nach wie vor nicht danach aussieht, als dass das Angebot in nächster Zeit merklich eingeschränkt werden wird. Russland und Saudi-Arabien machen keinerlei Anstanden ihre Haltung zu ändern und so wird es wohl dazu kommen, dass die Fördermengen gerade in der Golf-Region in nächster Zeit eher noch erhöht, statt zurückgefahren werden. Allerdings ist auch zu erwarten, dass die US-Schieferölindustrie bald deutlich weniger Öl auf den Markt bringen wird, denn bei den aktuellen Preisen ist ein (wirtschaftlicher) Betrieb hier nicht mehr lange möglich. Auf Sicht von sechs bis zwölf Monaten droht hier sogar eine Pleitewelle, die sich nachhaltig auf den Ölmarkt auswirken könnte.
Dies würde die Strategie Russlands aufgehen lassen, denn dadurch dürften wieder bedeutende Marktanteile zurückgewonnen werden. Auch der Chef des saudischen Ölkonzerns Saudi-Aramco ließ verlauten, dass man mit einem Ölpreis von 30 Dollar gut leben könne. Wenn dem tatsächlich so ist, dürfte es auch von dieser Seite keinen Grund zu einem Strategiewechsel geben.

Am Devisenmarkt gab es gestern einen erstaunlich stabilen Handel, angesichts der doch sehr überraschenden Zinssenkung der US-Notenbank am vergangenen Wochenende. Der Euro konnte im Vergleich zum US-Dollar etwas zulegen. Nicht nur dass die Zinsdifferenz zwischen den beiden Währungen deutlich zurückgegangen  ist, auch das von der Fed angekündigte 700 Milliarden Dollar schwere Anleihekaufprogramm dürfte den Greenback belasten.

Der Heizöl-Markt hierzulande ist weiterhin stark überlastet und so haben sich die Lieferzeiten durchschnittlich auf acht bis zehn Wochen erhöht. Die Händler haben alle Hände voll zu tun, die extrem hohe Nachfrage der letzten Tage und Wochen abzuarbeiten. Da es für die Branche vom Gesetzgeber aber bislang keine Einschränkungen gibt und hier vielleicht zusätzlich das Sonntagsfahrverbot aufgehoben wird, dürfte es zu keinen nachhaltigen Versorgungsengpässen kommen, zumal die meisten Haushalt ihren Vorrat schon aufgefüllt haben sollten. Vereinzelt kann es regional aber aufgrund von Krankheitsfällen oder Quarantänemaßnahmen zu vorübergehenden Störungen kommen. Die Heizölpreise bleiben aufgrund der Sondersituation weiterhin vom globalen Ölmarkt abgekoppelt und werden heute weitgehend stabil bis leicht höher in den Tag starten. Eklatant ist nach wie vor das Preisgefälle zwischen dem Norden und dem S& uuml;den, wo die Warenverfügbarkeit aufgrund von Wartungsarbeiten bei Raffinerien und Tanklägern deutlich eingeschränkt ist.

Erläuterung bzw. Klarstellung zum Klimapaket der Bundesregierung: Bestehende Ölheizungen dürfen uneingeschränkt weiter betrieben werden. Erst ab 2026 sollen neue Ölheizungen mit einer regenerativen Energiequelle kombiniert bzw. ergänzt werden, z. B. Solarthermie oder Photovoltaik für Brauchwasser bzw. Heizungsunterstützung. Sollte dies nicht möglich und auch kein Gas- oder Fernwärmeanschluß vorhanden sein, darf auch nach 2026 eine neue Ölheizung einbaut werden.
Unabhängig davon ist es absehbar, dass in den nächsten Jahren auch CO2-neutrales Heizöl (Stichwort E-Fuels) zu einem bezahlbaren Preis angeboten werden kann. Dieses kann problemlos in bestehenden Heizungen eingesetzt werden.
 
(Quelle: Heizöl-News von FastEnergy)