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Heizöl-Markt aktuell: Neues Langzeittief - Heizölpreise geben weiter nach!
 
» 29.05.2020 « Die Ölpreise an den internationalen Warenterminmärkten haben gestern wieder Gewinne verbuchen können und befinden sich insgesamt weiter auf Stabilisierungskurs. Trotzdem geht es mit den Heizöl-Notierungen immer weiter nach unten und ein Preistief jagt das nächste.

Aktuell stehen die Juli-Kontrakte der europäischen Nordsee-Ölsorte "Brent" bei rund 35 US-Dollar pro Barrel, ein Fass US-Öl "West Texas Intermediate" kostet zur Stunde 33,20 Dollar. Der Euro ist in diesen Tagen gefragt, kann im Vergleich zum US-Dollar weiter zulegen und wird heute Morgen zu Kursen um 1,1095 US-Dollar gehandelt.

Obwohl die US-Ölbestandsdaten des American Petroleum Institute (API) bearish, also preisdrückend ausgefallen sind, konnten sich die Rohölpreise gestern zum Start in den europäisch geprägten Handel überraschend gut behaupten. Ab den Mittagsstunden zogen die Notierungen sogar wieder an, obwohl die Geschäfts- und Verbraucherstimmung in der EU per Mai mit einem Wert von 67,5 Punkten unter den Erwartungen veröffentlicht wurde. Stützend wirkten Gerüchte, wonach innerhalb der OPEC+ Gruppe offenbar diskutiert wird, die vor Ostern beschlossenen Förderkürzungen über den Juni hinaus fortzusetzen.
Am Nachmittag gab es dann relativ gut ausgefallene Arbeitsmarktdaten aus den USA, wo die weitergeführten Anträge auf Arbeitslosenhilfe mit gut 21 Millionen deutlich unter der Erwartung von 25,7 Mio. lag. Auch die Auftragseingänge langlebiger Wirtschaftsgüter gingen im April "nur" um 17,2 Prozent, statt wie prognostiziert um 19 Prozent zurück.
So kletterten die Futures vor Bekanntgabe der mit Spannung erwarteten DOE-Ölbestandsdaten weiter nach oben. Die Zahlen fielen dann unterm Strich, wie schon die API-Daten vom Vortag, bearish aus. In Summe gab es einen Bestandsaufbau von 12,7 Millionen Barrel, wobei die Benzinvorräte doch etwas stärker zurückgegangen sind, als dies erwartet wurde. Auch die Ölbestände im Zentrallager Cushing reduzierten sich um 3,4 Mio. Fass. Allerdings ging die Gesamtnachfrage weiter auf nun 16 Mio. Barrel zurück, während die US-Ölproduktion ebenfalls weiter um 0,1 auf nun 11,4 Millionen Barrel gesunken ist.
Nachdem die Händler die Zahlen analysiert hatten, zogen die Futures weiter an, sodass zu Handelsschluss ein deutlicher Gewinn von gut einem Dollar pro Barrel zu Buche stand.
 
Am Devisenmarkt konnte der Euro im Vergleich zum US-Dollar auch gestern wieder schöne Gewinne erzielen und heute Morgen geht es weiter nach oben, auf den höchsten Stand seit genau zwei Monaten. Auch wenn es in den USA auch erste Lichtblicke gibt, so scheint die Coronakrise in Europa doch schneller und besser überwunden werden zu können, was sich entsprechend positiv auf die Entwicklung unserer Gemeinschaftswährung auswirkt.
 
Auch dank dieser Währungsgewinne werden die Heizölpreise hierzulande heute aller Voraussicht nach weiter den Weg nach unten suchen, obwohl sich die Rohöl-Notierungen wie oben beschrieben eher fest zeigen. Aktuelle Berechnungen und erste Preistendenzen lassen aus morgendlicher Sicht ein Minus in einer Größenordnung von knapp einen halben Cent pro Liter erwarten. Somit schließt sich die seit dem Ölpreis-Crash weit auseinandergegangen Schere zwischen Weltmarkt- und Inlandspreisen immer weiter. Die Luft nach unten wird zweifelsohne immer dünner, aber es gibt durchaus noch etwas Potenzial.

Erläuterung bzw. Klarstellung zum Klimapaket der Bundesregierung: Bestehende Ölheizungen dürfen uneingeschränkt weiter betrieben werden. Erst ab 2026 sollen neue Ölheizungen mit einer regenerativen Energiequelle kombiniert bzw. ergänzt werden, z. B. Solarthermie oder Photovoltaik für Brauchwasser bzw. Heizungsunterstützung. Sollte dies nicht möglich und auch kein Gas- oder Fernw ärmeanschluss vorhanden sein, darf auch nach 2026 eine neue Ölheizung einbaut werden.
Unabhängig davon ist es absehbar, dass in den nächsten Jahren auch CO2-neutrales Heizöl (Stichwort E-Fuels) zu einem bezahlbaren Preis angeboten werden kann. Dieses kann problemlos in bestehenden Heizungen eingesetzt werden.


 
(Quelle: Heizöl-News von FastEnergy)